FAQ – Häufig gestellte Fragen

Fragen, die Anrufer und Anruferinnen interessieren

1)    Mit welchen Problemen rufen die Menschen bei Ihnen an?

Die Themen und Probleme, mit denen sich die Anrufenden hier melden, sind sehr vielfältig. Sie rufen an, wenn sie in eine Krise kommen oder mit jemandem Außenstehenden reden möchten. Im Gespräch kann es um Fragen oder Probleme in der Familie oder in der Partnerschaft gehen. Auch eine Erkrankung kann ein Gesprächsanlass sein oder ein fehlender Ansprechpartner im Alltag.

2)    Kann ich zu jeder Zeit jemanden erreichen?

Unter dem Anschluss der beiden Rufnummern 08001110111 und 08001110222 sind rund um die Uhr an jedem Tag des Jahres eine Telefonseelsorgerin oder ein Telefonseelsorger zu erreichen. Wenn schon ein Gespräch geführt wird, hören Sie den Anrufbeantworter, der Sie ermuntert es später noch einmal zu versuchen. 
Hilfesuchende, die mit dem Handy anrufen, werden zentral an eine der über 100 TS-Stellen in Deutschland weiter geleitet, lediglich das D1 Netz wird an die jeweils örtliche TS-Stelle geleitet, da die Telekom diesen Service zusätzlich bezahlt. Vor allem, wenn Sie für ein Problem eine Anlaufstelle in Ihrer Nähe suchen, kann Ihnen die TelefonSeelsorge in Ihrem Umkreis am besten weiterhelfen. Dann empfehlen wir Ihnen, das Festnetztelefon zu benutzen.

3)    Wie kann mir denn die TelefonSeelsorge helfen?

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten eine sorgfältige Ausbildung für die Beratung und Begleitung am Telefon. Erst wenn sie diese absolviert haben, dürfen sie die Arbeit am Telefon aufnehmen. Am Telefon zu helfen kann bedeuten, für die Anrufenden Zeit zu haben, ihnen zuzuhören, sie zu trösten und zu ermutigen, mit ihnen etwas zu klären, sie in einer besonderen Lebensphase zu begleiten oder auch kompetente Fachstellen zu vermitteln. Den Anrufenden zu helfen, dass sie die Kraft für ihren eigenen Weg finden, sehen wir als unsere immer wiederkehrende Aufgabe an.

4)    Wie viele Anrufe erhalten Sie durchschnittlich im Monat?

Im letzten Jahr führten wir bei der Telefonseelsorge Ostwestfalen über 1000 Gespräche im Monat. Darin sind sogenannte Scherzanrufe nicht mit eingerechnet.

5)    Wer ruft bei der TelefonSeelsorge an: mehr Frauen als Männer, bzw. mehr Jüngere als Ältere?

Der Anteil der weiblichen Anrufenden liegt bei rd. 60 %, der der männlichen bei 40 %. Menschen aus allen Altersgruppen und sozialen Schichten nehmen unser Angebot wahr. Die am stärksten vertretene Anrufergruppe ist die zwischen 40 und 60 Jahren. Aber auch jugendliche Anruferinnen und Anrufer melden sich mit altersentsprechenden Fragen und suchen bewusst die Auseinandersetzung mit einem erwachsenen Gegenüber.

6)    Bleibe ich wirklich anonym oder können Sie auf dem Display sehen, von welchem Telefonanschluss der Anruf kommt?

Wir fragen Anrufende nicht nach ihrem Namen, manchmal sagen sie ihn von sich aus. In unserer Kooperation mit der Deutschen Telekom gilt die Absprache, dass keine Telefonnummer in unserem Display erscheinen darf und auch in Ihrer Telefonrechnung kein Hinweis auf Ihren Anruf bei uns auftaucht. Das Gesprächsangebot bleibt für beide Seiten anonym.

7)    Ist mein Anruf bei Ihnen an irgendwelche Bedingungen oder Erwartungen geknüpft?

Bei der Telefonseelsorge können Menschen anrufen, ganz gleich welcher Religion oder Nationalität sie angehören. Unser Angebot richtet sich an Menschen, die Beratung, Begleitung und „Sorge für die Seele“ suchen. Allerdings kann die Telefonseelsorge nicht jedem Anliegen in jeder Situation entsprechen. Das gilt besonders für Anrufe, die die Grenzen und die Würde der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Telefon verletzen.

8)    Bieten Sie auch Beratung per Chat oder Mail an?

Seit mehr als fünfzehn Jahren bietet die Telefonseelsorge auf Bundesebene auch Beratung im Internet an. Um diese Möglichkeit zu nutzen rufen Sie die Homepage www.Telefonseelsorge.de auf und wählen auf der Startseite zwischen Chat- oder Mailberatung aus. Die weiteren Schritte werden dann genau beschrieben. Unsere Stelle beteiligt sich seit Anfang 2005 an der Chatberatung.

Fragen von Menschen, die sich für die ehrenamtliche Mitarbeit interessieren

1)    Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen, wenn ich mich für die Arbeit bei der TelefonSeelsorge interessiere?

Voraussetzung für die Beratung und Begleitung der Anrufenden am Telefon ist ein Interesse an der Auseinandersetzung mit Menschen und ihren „verschieden Welten“, in denen sie leben.
Mit einigen Schlagworten gesprochen brauchen zukünftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter:
Einfühlungsvermögen um in den Gesprächen mit Ratsuchenden eigenständig und reflektiert zu sein,
Selbstwahrnehmung um mit den Anforderungen am Telefon situationsgemäß umgehen zu können,
Flexibilität um der Verschiedenartigkeit der Anliegen gerecht werden zu können;
Teamorientiertheit u. Kritikfähigkeit für die gegenseitige Unterstützung und Korrektur in den Reflexionsgruppen,
Offenheit in religiösen und gesellschaftlichen Fragen um Anrufende dort abzuholen wo sie gerade stehen,
Belastbarkeit um die teils schweren (Lebens-)Themen der Ratsuchenden mittragen zu können.

Wenn Sie mit diesen Haltungen und Herangehensweisen auf Grund ihrer Lebens- und Berufsbiografie persönlich etwas verbinden können oder wenn Sie daran interessiert sind, dazu zu lernen, könnte diese ehrenamtliche Arbeit für Sie sinn- und gewinnbringend sein.

2)    Wie viel Zeit muss ich monatlich für diese ehrenamtliche Arbeit einplanen?

Während der Ausbildungszeit sind es wöchentlich zweieinhalb Stunden für die Ausbildungsgruppe, ausgenommen ist die Schulferienzeit NRW. Im Fortlauf der Ausbildung kommen noch praktische Gesprächsübungszeiten dazu. Die ausgebildeten Telefonseelsorgerinnen und –seelsorger erbringen 12 – 14 Stunden monatlich am Telefon und nehmen vierzehntägig an den Reflexionsgruppen teil, die ebenso wie die Ausbildungsgruppen nicht während der Schulferienzeit angeboten werden.

3)    Welche Möglichkeiten haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich psychisch zu entlasten?

Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stehen die Reflexionsgruppen zur Verfügung um sich psychisch zu entlasten, aber auch sich weiterzubilden, um in einen gegenseitigen fachlichen Austausch zu treten und Gespräche, bzw. persönliches Gesprächsverhalten zu reflektieren. In, bzw. nach akut belastenden (Gesprächs-) Situationen sind aber auch die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und die Gruppenleiterinnen und –leiter für Entlastungsgespräche da.