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Weihnachten 2020

Bei Weihnachten denken wir eigentlich an liebgewordene Erinnerungen und Traditionen: an Treffen mit Familie und Freunden, gemeinsames Essen, das Austauschen von Geschenken, die Weihnachtsgeschichte und das Krippenspiel in der Kirche. In diesem besonderen Jahr wird Weihnachten anders werden. Die aktuellen Kontaktbestimmungen, die erschwerten Reisebedingungen, die Risikoabwägung bestimmen unsere Gedanken und Gefühle. Welche Erwartungen haben wir 2020 an dieses Fest? Werden wir uns sehen können? Werden wir gesund bleiben? Für viele wird das Weihnachtsfest in diesem Jahr anders.

Wie es vor mehr als 2000 Jahren war, am Fest der Geburt Jesu, wissen wir nicht genau. Heimelig und gemütlich, so wie wir es uns wünschen und manchmal vorstellen, war die Heilige Nacht vermutlich nicht. Viele Menschen waren unterwegs wegen einer großen Volkszählung. Auch Maria und Josef. Das Jesuskind kam in einfachen Verhältnissen zur Welt. So erzählt es die Weihnachtsgeschichte.

Wie es noch gewesen sein könnte, darüber hat sich die Autorin und Theologin Tina Willms Gedanken gemacht:

Wer sagt denn …

Wer sagt denn, dass der Himmel klar war und die Sterne funkelten, damals in dieser Nacht?

Vielleicht regnete es und die Hirten wurden durchweicht bis unter die Haut. Und sie froren vor Nässe und Angst und suchten Schutz bei den Schafen.

Vielleicht klang der Gesang nicht die Erde entlang und der Himmel riss gar nicht auf über allen. Der Furchtsamste nur sah oben ein Licht, gerade in dem Augenblick, als einer neben ihm sagte: Fürchte dich nicht. Und die Worte durchdrangen das Dunkel bis unter die Haut.

Da begann er, vor Freude im Regen zu tanzen. Und er sang dabei wieder und wieder: Fürchte dich nicht. Und riss alle anderen mit auf den Weg zum Licht. Und sie fanden am Rande den Stall und das Kind.

© Tina Willms

Aus: Tina Willms, Zwischen Stern und Stall. Ein Begleiter durch die Advents- und Weihnachtszeit, Neukirchener Verlagsgesellschaft 2020

Wie auch immer Sie dieses Jahr Weihnachten feiern, still oder in „kleiner Besetzung“, online verbunden oder allein, möge das „Fürchte dich nicht“ der Heiligen Nacht durchdringen zu Ihnen und Sie erreichen.

Wir wünschen Ihnen gesegnete Weihnachtstage. Seien Sie behütet

Petra Ottensmeyer und Martin Dohmstreich