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 „Reif für die Insel“
 

 

Manchmal kann der Alltag ganz schön herausfordernd sein: Der Beruf fordert, die Familie will versorgt sein und dass bisschen Haushalt macht sich meist auch nicht von allein. Oft bleibt für Freizeit und Erholung wenig Zeit. „Ich bin reif für die Insel“, höre ich dann manchmal. „Ich brauche dringend eine Pause.“ Aber kann ein zweiwöchiger Urlaub die Erschöpfung auffangen? Kurzfristig vielleicht – wenn ich im Urlaub wirklich abschalten kann.

Notwendig ist es auch zu überlegen, was im Alltag veränderbar ist. Dafür lässt sich der Urlaub vielleicht gut nutzen.
„Ich bin reif für die Insel“, kann ja auch heißen, vieles ist irgendwie uferlos geworden. Zu hohe Anforderungen, nie das Gefühl fertig zu sein. Es ist irgendwie alles zu viel. Auf einer kleinen Insel zu sein, bedeutet, ich habe einen gewissen Überblick und meine Möglichkeiten dort halten sich in Grenzen. Ich vermute, viele Menschen sehnen sich insgeheim nach einem überschaubareren Leben. Aber unsere Zeit bringt schnellen, fortwährenden Wandel mit. Zwischen zahlreichen Möglichkeiten müssen wir jonglieren.

„Inseln im Alltag“ zu schaffen, kann helfen. Zeiten, in denen wir mal nur bei uns selbst sein können, tun, was uns Freude macht.
Das kann ein Kurzurlaub sein oder auch ein freier Tag. Da kann ich überlegen, was ist mir zu viel, was kann ich lassen, wo muss ich nicht unbedingt mithalten. Und auch, wo muss ich mir helfen lassen.

Manche Menschen versäumen, sich solche Inseln zu schaffen. Die Fehltage aufgrund psychischer Leiden wie Erschöpfung, Überforderung und Anpassungsstörungen nehmen zu, so ist es immer wieder mal zu lesen. Deshalb muss ich mich selbst schützen. Besonders wenn ich merke, dass ich icht mehr richtig abschalten kann.

Zu allen Zeiten haben Menschen Ruheinseln gebraucht. So berichtet schon der Evangelist Markus, dass Jesus nach einem anstrengenden Tag zu seinen Jüngern gesagt hat: „Geht ihr allein an eine einsame Stätte und ruht ein wenig. Denn es waren viele, die kamen und gingen, und sie hatten nicht Zeit genug zum Essen. Und sie fuhren in einem Boot an eine einsame Stätte für sich allein.“