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 „Momente, die dem Himmel gehören“
 

 

Lesung und Musik mit Tina Willms und Jan-Lukas Willms

 

Auf Einladung der TelefonSeelsorge Ostwestfalen war die Hamelner Theologin und Autorin am 24. April in der Auferstehungskirche in Bad Oeynhausen zu Gast.

Endlich konnte Pfarrerin Petra Ottensmeyer zahlreiche ZuhörerInnen zu der schon vor zwei Jahren geplanten Lesung begrüßen. Mit ihrer poetischen, oft eindringlichen Sprache begibt sich die Autorin immer wieder auf „religiöse Erkundungen der Wirklichkeit“. So regte sie die Anwesenden mit ihren Geschichten und Gedichten an, besonderen Momenten im Alltag nachzuspüren.

Einfühlsam erzählt sie z. B. von der besonderen Zuwendung eines alten, dementen Mannes zu seinem Sohn, in dem er ganz konzentriert seine Hände wärmt. Ein Moment, der diesen lange begleitet. Die Autorin hat eine achtsame Wahrnehmung solcher, besonderen Momente, die dem Himmel gehören. Dabei wird auch das Dunkle, Schwere nicht verschwiegen.

Jan-Lukas Willms nimmt die Texte in seiner Musik am Klavier und auf der Klarinette auf, mal erklingen leichtfüßige, fröhliche Melodien, mal nachdenkliche, so dass die gehörten Texte nachklingen können.

Mit einem Segenswort schließt die gelungene Konzert-Lesung.

Ehrenamtlich engagiert in herausfordernden Zeiten

 

 

Klima-Wandel, Corona-Pandemie, Krieg in der Ukraine: Wir leben in herausfordernden Zeiten. All diese Themen belasten auch die Anrufenden der TelefonSeelsorge. Rund um die Uhr stellt die TelefonSeelsorge Ostwestfalen ein Gesprächsangebot bereit. Am Telefon und im Chat kommen die großen aktuellen Krisen wie auch persönliche Nöte und Ängste zur Sprache. Um ihr Angebot vorhalten zu können, braucht die TelefonSeelsorge viele engagierte ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Interessenten sollten offen für andere Menschen und ihre Sorgen sein, auch in Krisen belastbar bleiben und den Wunsch haben, in einer starken Gemeinschaft mitzuarbeiten.

Für den nächsten Ausbildungskurs, der im Sommer beginnt, werden jetzt Bewerbungen entgegengenommen.

Nach einem persönlichen Kennenlernen und einem Praxistag, folgt eine etwa 15monatige Ausbildung, in der das nötige theoretische wie praktische Fachwissen vermittelt wird. Nach Abschluss der Ausbildung übernehmen die Mitarbeitenden etwa 12 -14 Stunden Dienst im Monat am Telefon oder in der Chatberatung, Nachtdienste gehören auch dazu.

Aber nicht nur Arbeit wartet: In der Dienststelle wird eine gute Gemeinschaft gepflegt. Fachlicher Austausch, Fortbildungen und gemeinsame Unternehmungen, – auch das gehört zum Miteinander in der TelefonSeelsorge.

Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung!

TelefonSeelsorge Deutschland e.V.

 

 

TelefonSeelsorge Deutschland e.V. (TSD) ist nun auch offiziell der Name des Dachverbandes der TelefonSeelsorge. Die Änderungen von Namen und Satzung wurden Ende Januar vom Vereinsregister bestätigt. Damit hat TelefonSeelsorge jetzt einen ökumenischen Dachverband. Bisher wurde die Verbandsebene von der Evangelisch-katholischen Kommission geleitet, beide Kirchen hielten eine jeweils eigene Struktur für TelefonSeelsorge und Offene Tür vor.

„Wir freuen uns sehr, dass damit der formaljuristische Teil unserer Umstrukturierung abgeschlossen ist“, betonen die Vorsitzenden von TSD, Pfarrer Frank Ertel und Dipl.-Theol. Michael Hillenkamp. „Wir schaffen damit klare Strukturen und Transparenz nach außen und innen und erhöhen unsere Effizienz. Es geht aber um mehr. Mit der jetzt abgeschlossenen Neuaufstellung spiegelt die Struktur des Vereins wider, was bei TelefonSeelsorge längst gelebte Haltung ist: unsere ökumenische Zusammenarbeit.“

Dass mit diesem Schritt der Schaffung eines ökumenischen TelefonSeelsorge-Verbandes der ökumenische Gedanke in den Kirchen insgesamt gestärkt wird, betonten Maria Loheide, Vorständin Sozialpolitik Diakonie Deutschland und Dr. Ralph Poirel, Leiter des Bereichs Pastoral im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz. Beide waren als Gäste zur erweiterten Vorstandssitzung von TSD geladen und beglückwünschten den Verband im Namen ihrer Institutionen.

„Indem Sie Ökumene nicht nur zu Ihrer Haltung machen, sondern auch zu Ihrer Struktur, schauen Sie auf das, was Sie alle in Ihrer Arbeit verbindet“, so Maria Loheide. „Und das grundlegend Verbindende ist es, als Teil von Kirche deren diakonischen und pastoralen Grundauftrag erfüllen zu helfen.“ Es freue sie sehr, dass TSD sich dafür entschieden hat, als ökumenischer Verein ein Fachverband der Diakonie zu bleiben. (Das Foto zeigt Maria Loheide, Quelle: Diakonie Deutschland.)

Dr. Ralph Poirel betonte die Tragweite der Neuaufstellung so: „Das hat es so zwischen den beiden Kirchen noch nicht gegeben. Es ist ein Schritt, den Sie ermöglicht haben, indem Sie im entscheidenden Augenblick ein Stück mehr Vertrauen als Bedenken an den Tag gelegt haben.“ Diese Haltung stehe allen gut zu Gesicht, die sich in ihrer Arbeit vom Geist Jesu Christi getragen wüssten. (Das Foto zeigt Dr. Ralph Poirel, Quelle: Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz.)

Der erweiterte Vorstand nahm die Glückwünsche im Namen aller Mitglieder von TSD entgegen. Die klaren und wertschätzenden Worte seien eine Ermutigung, den eingeschlagenen Weg weiter zugehen.

An Weihnachten ein offenes Ohr

 

TelefonSeelsorge Ostwestfalen ist auch an den Feiertagen erreichbar

Noch vier Tage bis Weihnachten. Ob es noch Schnee gibt, weiße Weihnachten? Der Anruferin ist das egal. „Wenn die Feiertage doch nur schon vorbei wären.“ Die ältere Dame fürchtet sich vor Weihnachten. Wegen der Pandemie traut sie sich nicht, zu Ihrer Schwester zu reisen.

„Erfahrungsgemäß ist Weihnachten bei der TelefonSeelsorge ab Ende Oktober ein Thema“, berichtet Petra Ottensmeyer, Leiterin der TelefonSeelsorge Ostwestfalen. Viele Menschen haben hohe Erwartungen an das Fest. Sie wünschen sich, dass alle zusammen sein können, ein harmonisches Miteinander. Das ist auch im zweiten Jahr der Pandemie nicht für alle möglich. Soll ich zur Familie reisen? Oder bleibe ich lieber für mich? Diese Überlegungen stellen manche Anrufende in diesen Tagen an.

Eine Anruferin würde sich gern mit einer Freundin treffen, doch diese ist nicht geimpft. Aber Weihnachten allein? Viele Anrufende kennen das Alleinsein. An den Feiertagen wiegt es jedoch schwerer. Da ist die Isolation noch deutlicher zu spüren. Freunde, die im Alltag kontaktiert werden können, haben familiäre Verpflichtungen. Und andere Unternehmungen sind auch kaum möglich. „Einige Ratsuchende versichern sich schon vorher, dass sie auch an den Feiertagen anrufen oder chatten können, wenn ihnen die Decke auf den Kopf fällt“, weiß Petra Ottensmeyer. Manchmal reicht schon das Wissen darum, dass immer jemand da ist. Das ist wie ein kleiner Stern, der im Dunkel leuchtet.

Auch in diesem Jahr ist die TelefonSeelsorge an allen Feiertagen für die erreichbar, die jemanden zum Reden brauchen. Die Telefonseelsorgerinnen und Telefonseelsorger hören zu, versuchen das Gefühl, die Sorge aufzunehmen und mit dem Anrufenden zu beleuchten. Das ist die Kernaufgabe, da sein, gemeinsam überlegen. Um schnelle Lösungen geht es eher selten.

Neben den Hauptamtlichen sind auch viele Ehrenamtliche über Weihnachten im Dienst. „Es ist jedes Jahr anders“, weiß Helene zu berichten, die seit vielen Jahren an den Feiertagen Schichten übernimmt. „Es kann sein, in einem Jahr ist richtig was los, und da gibt es auch auf einmal viele einsame Menschen. Und im nächsten Jahr ist es ruhig und man hat man das Gefühl, da ist nicht einer einsam. Und dann wieder kommen an den Feiertagen die Menschen zur Ruhe und haben alle möglichen Lebensthemen, die sie beschäftigen, aber mit der Situation Weihnachten hat das nichts zu tun.“

Helene erzählt auch, warum sie gern an Weihnachten in der Telefonseelsorge Schichten übernimmt. „Meine Familie ist weit weg, da kann ich meine Zeit sinnvoll einsetzen und die Kollegen entlasten, die mehr eingebunden sind. Und außerdem“, sagt sie mit Augenzwinkern „hier hab ich einen Christbaum und einen bunten Teller.“

TelefonSeelsorge erinnert am Welttag der Suizidprävention an ihre Wurzeln

Suizide verhindern bleibt zentrales Anliegen

Die TelefonSeelsorge nimmt den Welttag der Suizidprävention zum Anlass, um auf die Bedeutung ihres deutschlandweiten Unterstützungsangebots bei seelischen Krisen hinzuweisen. Suizide nach Möglichkeit zu verhindern war weltweit das zentrale Anliegen bei der Gründung telefonischer Krisen-Anlaufstellen, auch bei der Gründung in Deutschland vor 65 Jahren.

Wortbrücke von Achim Ripperger

„Bevor Sie sich das Leben nehmen, rufen Sie mich an“ – diesen Anzeigentext hat ein englischer Pfarrer nach dem zweiten Weltkrieg in die Zeitung gesetzt haben zusammen mit seiner privaten Telefonnummer. Die Geschichte zeigt, worum es ging und geht: Menschen ein Angebot zu machen, die sich in einer aus ihrer Sicht ausweglosen und verzweifelten Lage befinden.

„Suizidprävention ist und bleibt unser Kernanliegen“, erklärt Michael Hillenkamp, einer der beiden Vorsitzenden des Leitungsgremiums der TelefonSeelsorge. „Sie ist ein Hauptgrund dafür, dass wir unseren Dienst rund um die Uhr anbieten und sie ist zentrales Thema bei der Ausbildung unserer ehrenamtlichen Beraterinnen und Berater.“

Das statistische Bundesamt weist für 2019 (neuere Zahlen liegen noch nicht vor) die weltweite Suizidrate mit über 700.000 Opfern aus. In Deutschland lag die Zahl bei über 9.000 Menschen. Das seien rund dreimal mehr als durch Verkehrsunfälle Gestorbene.

„Nicht jeder Anruf, den wir bekommen, handelt von Suizid“, sagt Michael Hillenkamp. „Aber jeder Mensch, der keinen anderen Ausweg sieht, als sich das Leben zu nehmen, ist einer zuviel. Dabei muss man wissen: Niemand bringt sich gerne um – Suizid ist die subjektive, von Verzweiflung geprägte Überzeugung, dass es keinen anderen Weg mehr gibt.“

Die TelefonSeelsorge bietet neben ihren rund um die Uhr besetzten Telefonnummern auch Beratung per Chat und Mail an. „Gerade hier und damit vor allem von unseren jüngeren Kontaktpersonen wird das Thema Suizidalität weitaus häufiger angesprochen als am Telefon. Das macht die Chat- und Mail-Beratung zu einer besonderen Herausforderung“, erläutert Birgit Knatz, Leiterin der TelefonSeelsorge-Stelle Hagen-Mark. Sie hat die Online-Dienste der TelefonSeelsorge mit aufgebaut. Die Herausforderung sei es, in einer solchen Notlage das Gegenüber überhaupt zu erreichen und soweit zu stabilisieren, dass Alternativen wieder denkbar werden. „Genau dafür sind unsere Ehrenamtlichen ausgebildet“, so Michael Hillenkamp.

„Wir haben natürlich keine Zahlen darüber, wie vielen Menschen wir in einer suizidalen Krise wirklich helfen konnten“, sagt Birgit Knatz. „Aber wir glauben, dass wir einen wichtigen Beitrag zur Suizidprävention leisten.“

TelefonsSeelsorge Deutschland

Ressourcen entdecken – bei mir und anderen

 

Ressourcen spielen eine wichtige Rolle bei der Bewältigung von alltäglichen und besonderen Anforderungen bzw. Lebensaufgaben. Die Ehrenamtlichen der TSOW haben sich einen Samstag lang zu diesem Thema fortgebildet.

Am Anfang stand die Frage: Was sind eigentlich Ressourcen?

Letztlich alles was von einer bestimmten Person in einer bestimmten Situation wertgeschätzt und/oder als hilfreich erlebt wird, kann als eine Ressource betrachtet werden“, gab Uwe Michalak, Referent des Fortbildungstages eine Definition.

In seinem Eingangsimpuls erläuterte Michalak Grundannahmen einer ressourcenorientierten Haltung:

  • Jede*r Anrufer*in verfügt über Ressourcen, um Herausforderungen zu bewältigen.
  • Ressourcen sind subjektive und kontextbezogene Herstellungsleistungen.
  • Ressourcen sind mit Unterstützung wiederbelebbar, konstruierbar, aktivierbar.
  • Ressourcenorientierung geht mit dem Generieren von Selbstwirksamkeitserfahrungen
  • Ressourcen sind Werkzeuge.

Mit Hilfe von Praxisdemonstrationen, Übungen und Kleingruppenarbeit wurde das Thema vertieft. Dabei konnten die Ehrenamtlichen ihre eigenen Kraftquellen besser kennenlernen. Weiter wurde ein auf Ressourcen gerichteter Blickwinkel für die Gespräche am Telefon eingeübt.

„Ein rundum gelungener Tag, der meinen Blick für die Kraftquellen und Stärken gestärkt hat.“ „Es hat gut getan, nicht nur auf Probleme zu schauen, sondern Kompetenzen und Fähigkeiten in den Blick zu nehmen“, äußerten sich TeilnehmerInnen am Ende der Fortbildung zufrieden.

Freude über Preisverleihung

 

Ehrenpreis der Stadt Bad Oeynhausen an Ehrenamtliche der TSOW verliehen

Am 1. September 2021 hat Bürgermeister Bökenkröger den Ehrenpreis für bürgerschaftliches Engagement der Stadt Bad Oeynhausen an die Ehrenamtlichen der TelefonSeelsorge Ostwestfalen und die Trauerbegleitung Lacrima verliehen. „Ehrenamtliche sind ein Rückgrat der Gesellschaft“, würdigte der Bürgermeister das Engagement.

Diese Auszeichnung und damit verbunden die Wahrnehmung des ehrenamtlichen Engagements von öffentlicher Seite freut uns sehr. Oftmals ist nur dem engsten Familien- und Freundeskreis der einzelnen Mitarbeitenden ihr Engagement in der TelefonSeelsorge bekannt. Somit erfährt eine Arbeit sichtbare Anerkennung, die in der Regel anonym und im Verborgenen geschieht.

Wie in allen Bereichen war auch unsere Arbeit in den letzten anderthalb Jahren durch die Pandemie geprägt. Wir sind dankbar, dass wir auch im Lockdown den Dienst am Telefon aufrechterhalten konnten und in 2020 mehr als 9000 Gespräche führen konnten.

Die Monate der sozialen Isolation haben gezeigt, dass das niedrigschwellige Angebot der TS von Relevanz ist. Durch die notwendige Einschränkung in den sozialen Kontakten haben für viele Menschen Möglichkeiten der Ansprache und Regulation von Gefühlen gefehlt und sie haben die Angebote der TS gern genutzt.

Die Ehrenamtlichen haben ihre Aufgabe in dieser Zeit trotz eigener Belastungen als besonders sinnvoll erlebt und ihr Engagement sehr ernst genommen.

Dass dies gesehen und durch die Stadt Bad Oeynhausen gewürdigt und mit dem Ehrenamtspreis ausgezeichnet wird, freut die Ehrenamtlichen und stärkt sie für ihren weiteren Einsatz. Stellvertretend für alle Ehrenamtlichen haben die Sprecherin der Ehrenamtlichen und eine Ehrenamtliche aus Bad Oeynhausen den Preis entgegengenommen.

Präsentation der Sonderbriefmarke TelefonSeelsorge in Berlin

 

Bundesministerium der Finanzen würdigt Engagement an den Nächsten

Bei einem pandemiebedingt kleinen Festakt in den Räumen der Diakonie Deutschland wurde die Sonderbriefmarke zu Ehren der TelefonSeelsorge präsentiert. Erstverkaufstag für die 80-Cent-Briefmarke ist der 2. September.

„Wir freuen uns sehr, denn das ist ein Zeichen, dass unsere Arbeit für die Menschen von Politik und Gesellschaft wahrgenommen und anerkannt wird“, sagt Pfarrer Frank Ertel, gemeinsam mit dem Pastoraltheologen Michael Hillenkamp Vorsitzender des Leitungsgremiums der TelefonSeelsorge. „Die Briefmarke ist ästhetisch gelungen – und sie beinhaltet nicht nur unsere Rufnummer, sondern auch unser Online-Angebot. Gerade damit erreichen wir in der Pandemie die in vieler Hinsicht besonders betroffenen jungen Menschen.“ So sei etwa der Anteil männlicher 15- bis 19-Jähriger an den Mail- und Chatkontakten gegenüber der Zeit vor der Pandemie um 90 Prozent gestiegen.

Die Präsentation der Briefmarke fand in den Räumen der Diakonie Deutschland statt. Diakonie-Finanzvorstand Dr. Jörg Kruttschnitt begrüßte die Anwesenden, allen voran Staatssekretär Dr. Rolf Bösinger, Bundesministerium der Finanzen. Durch die Briefmarke werde TelefonSeelsorge sichtbar – und damit für weitere Menschen als Angebot erfahrbar.

Staatssekretär Dr. Bösinger überbrachte Grüße des Bundesfinanzministers Olaf Scholz. Auch er betonte die Bedeutung der TelefonSeelsorge in Corona-Zeiten. Für viele Menschen sei gerade jetzt die Unterstützung durch Außenstehende wichtig geworden. „Da es sich um eine 80-Cent-Marke handelt, also um das Standardbrief-Wertzeichen, ist sichergestellt, dass diese Marke mit ihrer Botschaft wirklich sehr breit wahrgenommen wird. Sie wird am 2. September in einer Auflage von knapp 3,4 Millionen Exemplaren in die Verkaufsstellen der Deutschen Post AG kommen.“

Für die rund 50 Sonderpostwertzeichen, die jährlich herausgegeben werden, gibt es jeweils mehrere Hundert Themenbewerbungen. Die Auswahl obliegt einem Programmbeirat, über die grafische Qualität der Umsetzung des Themas entscheidet ein Kunstbeirat. Etwa 100 Grafikerinnen und Grafiker stehen für die Umsetzung der Motive zur Verfügung, jeweils sechs bis acht von ihnen erstellen zu einem Thema Entwürfe, unter denen dann die Entscheidung fällt. Die Sonderbriefmarke „TelefonSeelsorge“ gestaltete die Nürnberger Grafikerin Elisabeth Hau.

In seiner Dankesrede würdigte Oberkirchenrat Joachim Ochel, Theologischer Referent beim Bevollmächtigten des Rates der EKD, nicht nur die gelungene Gestaltung und die Wertschätzung des Ministers, sondern auch die unkomplizierte und pragmatische Zusammenarbeit zwischen Ministerium und kirchlicher Institution.

Text: Ulrike Mai, Pressestelle TelefonSeelsorge Deutschland

– das gedankliche Immunsystem stärken

Der zweite Sommer mit Corona – Gott sei Dank sind die Infektionszahlen niedrig im Moment und wir können uns im Garten der TS treffen. Endlich mal wieder in einer etwas größeren Gruppe.

Trotzdem bleibt die Unsicherheit: Was wird der Herbst wohl bringen? Wenn all die Reisenden zurückkehren, die Schulen wieder an den Start gehen. Wie wird sich die Delta-Mutante auswirken und wie viele Mutanten lauern noch? Sicher: Der Impfstoff wird zur Verbesserung der Lage beitragen. Er wird gegen das Virus ankommen, davon ist die Wissenschaft überzeugt. Trotzdem: Wir werden noch eine ganze Weile mit dem Virus leben müssen.

Ich fürchte: Die Sorgen gehen nicht so einfach weg. Ich brauche nicht nur etwas, das mein körperliches Immunsystem aktiviert und stärkt. Ich brauche auch Stärkung für mein gedankliches, mein seelisches Immunsystem.

 Die Seele gegen Sorgen und Ängste zu stärken und zu schützen: Das ist gar nicht so leicht, auch wenn es sich manchmal so anhört: positiv denken!

Natürlich soll all das Schlimme, das war, nicht vergessen werden. Aber ich kann – jetzt wo es etwas Entspannung gibt – den inneren Kompass neu ausrichten. Weg von den Sorgen und Ängsten hin zu den Hoffnungen und Möglichkeiten.

Eine verblüffend einfache Methode, meine seelische Immunabwehr zu stärken und mich gegen negative Gedanken zu „impfen“, ist: Etwas Gutes für den Körper tun. Schon die Heilige Theresa von Avila weiß das: „Tu deinem Leib Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.“ Allein schon das ruhige Atemholen fegt einen Großteil negativer Gedanken aus meinem Kopf. Und wenn das noch draußen an der frischen Luft geschieht, hab ich das Gefühl: Da ändert sich etwas, der Blick weitet sich, und ich kann auch wieder das sehen, was gerade gut ist.

Ein anderer wohltuender Gedanken-Impfstoff ist für mich das Eintauchen in fremde Welten: Wenn ich zum Beispiel einen fesselnden Film schaue oder einen guten Roman lese, bin ich für eine Weile in einer anderen Welt. Da reicht schon ein guter Krimi, der an der Algarve spielt und ich sehe die Landschaft und das wunderbare Azur vor mir.

Eine weitere wichtige Stärkung findet sich auch in meinem Bücherregal. Mir sind viele Gedanken und Worte der Bibel vertraut und wenn ich sie mir vergegenwärtige, tut mir das gut. Für eine bestimmte Zeit begleiten mich einzelne Abschnitte oder Verse. Immer wieder ein Vers aus dem Johannesevangelium: „In der Welt habt ihr Angst aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ Dieser Satz steht auf einer Karte, die ich immer mal wieder in der Wohnung aufstelle. Dann überlege ich, wie mir der Satz jetzt helfen, mich trösten oder mir eine Entscheidung erleichtern kann.

Die Bibel, die Natur, dem Körper Gutes tun: All das kann das seelische Immunsystem stärken. So gehe ich zuversichtlich in den Sommer.

Was hilft Euch und Ihnen, sich gegen negative Gedanken, Ängste und Sorgen zu wappnen?

Petra Ottensmeyer

Ausbildung in ungewohntem Format

In Zeiten der Corona-Pandemie ist die TelefonSeelsorge gefragt. Viele Menschen rufen an oder nutzen die Onlineseelsorge, um sich zu entlasten oder Beratung zu suchen. Auch in der Coronazeit kann dieses Angebot durch den engagierten Einsatz vieler Ehrenamtlicher uneingeschränkt aufrechterhalten werden.
„Sehr verändert hat sich allerdings die Begleitung und Ausbildung der Ehrenamtlichen, die diesen Dienst tun“, erzählt Martin Dohmstreich, hauptamtlicher Mitarbeiter in der Telefonseelsorge.

Kürzlich haben neun Ehrenamtliche ihre Ausbildung für den Dienst in der TelefonSeelsorge beendet. Ende 2019 hatte die Gruppe begonnen, nach wenigen Wochen wurde das Lernen durch das Corona-Virus unterbrochen. „Bereits im April 2020“, so Petra Ottensmeyer, Leiterin der Dienststelle, „haben wir die Ausbildung auf ein Videoformat umgestellt.“ Bis auf wenige Wochen im Sommer wurde die Ausbildung so fortgeführt. Grundlagen der Gesprächsführung, die Auseinandersetzung mit wichtigen Themen wie Trauer oder der Umgang mit Krisen wurden in Videokonferenzen besprochen und geübt. Für die Auszubildenden war das zunächst ungewohnt, aber alle waren froh, dass es weiterging und die Ausbildung wie geplant beendet werden konnte.

Auch die neue Gruppe, die Anfang Mai beginnt, wird in diesem Format starten. Weil es viele Interessenten für diese wichtige Arbeit gibt, fiel der Entschluss, auch den Kennenlerntag über ein Videokonferenztool durchzuführen. „Das war ein Wagnis“, berichtet Petra Ottensmeyer, „aber es hat gut geklappt.“ Die Teilnehmenden haben sich kennengelernt und einen ersten Eindruck von der Arbeitsweise im Kurs gewinnen können.
Nähe durch Distanz – das kennen die Mitarbeitenden auch aus der Onlineseelsorge. Da sehen sie die Ratsuchenden nicht einmal, sondern lesen nur, was im Chat geschrieben wird. Trotz der räumlichen Entfernung entsteht häufig ein intensiver und emotionaler Kontakt. „Diese Art der Kommunikation kommt dem Schutzbedürfnis vieler Ratsuchender entgegen“, weiß Martin Dohmstreich. Die Erfahrungen aus der Beratung haben den Hauptamtlichen Mut gemacht, den Kennenlerntag für die neue Gruppe durchzuführen, obwohl ein Treffen vor Ort nicht möglich war. „Ich bin überrascht wie angenehm die Atmosphäre war, obwohl wir alle vor unseren PC’s gesessen haben“, schildert eine Teilnehmerin im Rückblick.

Trotz der guten Erfahrungen sind alle neugierig, wenn sie sich –  hoffentlich im Sommer – vor Ort in den Räumen der TelefonSeelsorge treffen können.

 

Foto: Nach Abschluss der Ausbildung erhalten alle Ehrenamtlichen einen eigenen Becher.